Andros – Bahamas

Etwa 45 km westlich der Hauptinsel New Providence erstreckt sich Andros, die flache, von zahllosen fischreichen Meeresarmen und Binnenseen zergliederte größte Bahama-Insel. Sie ist ca. 170 km lang und bis 64 km breit. Während an der hügeligen Ostküste einige gute Badestrände anzutreffen sind, ist die Westküste – auch „The Mud“ genannt – äußerst flach und nur dürftig bewachsen. Im Inselinnern gibt es noch einige dichte Wälder (Pinien, Palmen, Mahagoni), Buschdickicht und Mangrovensümpfe. Andros ist Kinderstube zahlreicher Wassertiere und Brutplatz vieler Seevögel.

Die Gewässer um Andros sind für ihre einzigartige Unterwasserlebewelt (diverse Korallen, tropische Fische) bekannt. Gerätetaucher können sich in Unterwasserhöhlen umsehen und auch hier und da noch Reste von spanischen Galeonen finden. Vor der Ostküste liegt die mit fast 170 km zweitgrößte Riffbarriere der Erde, die auf ihrer Ostseite bis 1 800 m tief in die sog. „Tongue of the Ocean“ abfällt. Interessant sind hier die wegen ihrer eigentümlichen Färbung „Blue Holes“ genannten tiefen Grotten und Höhlen. Etliche dieser Schlünde öffnen sich etwa 20 bis 30 Meter unter dem Meeresspiegel, und aus einigen tritt sogar Süßwasser aus. In ihrer Umgebung ist die Unterwasser-Farbenpracht besonders ausgeprägt.

Das großenteils noch unerschlossene und daher sagenumwobene Land der „Chickharnies“ (Kobolde mit roten Augen, drei Fingern und drei Zehen) und der „Lusca“ (drachen- und polypenähnliche Ungeheuer) wurde von den Spaniern „La Isla del Espirito Santo“ (= Insel des Heiligen Geistes) genannt. Nach Andros flüchteten im 18. Jh. indianische Seminolen vor den nach Florida eindringenden Spaniern. Auch englische Piraten versteckten sich hier. Man vermutet, daß Sir Henry Morgan hier einen Schatz versteckt hat. Erst im 19. Jh. begann die Kolonisierung durch die Engländer. Erst zwei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg hat man sich auf Andros um den Aufbau einer lukrativen Land- und Forstwirtschaft bemüht. Der Aufbau einer touristischen Infrastruktur erfährt hier großzügige Förderung.

Eine der ältesten Siedlungen auf Andros ist Coakley Town, ebenso am Fresh Creek gelegen wie das Städtchen Andros Town weiter südlich, eine auf Initiative von Dr. Wenner-Gren entstandene Feriensiedlung. In der Nähe des Flugplatzes die Twin Lake Farm, Ansatzpunkt für den Obst-, Gemüse- und Gewürzanbau. Ca. 6 km südlich von Andros Town eine Unterwasserteststation der Atlantic Undersea Testing & Evaluation Company. Etwa 20 km weiter südlich erreicht man das Dorf Behring Point, mit kleinem Hafen. Nördlich von Coakley Town das reizvolle kleine Dorf Love Hill auf dem gleichnamigen Hügel. Einige Kilometer weiter an einem schönen Strand der Ort Staniard Creek. In der Nähe die Androsia Factory, eine bekannte Produktionsstätte für kunstvolle Batikarbeiten.

Die Small Hope Bay (mit Feriensiedlung) wird gern von Tauchern aufgesucht. Im früher als Jagdgebiet geschätzten Norden der Insel San Andros ein erst vor wenigen Jahren von der North Andros Development Company in Angriff genommenes Erschließungsprojekt (u.a. Gemüseanbau), mit Flugplatz und Hotel. An der Ostküste der alte umtriebige Hafen Mastic Point, in dessen Umgebung der spätere englische Premier Chamberlain Sisalplantagen besaß. Etwa 10 km weiter nördlich liegt Nicholl’s Town, ein von Bauern und Fischern geprägtes, farbenfrohes Städtchen. Nordöstlich außerhalb an dem als Morgan“s Bluff bekannten Steilabfall gibt es eine Höhle, die dem Freibeuter Henry Morgan als Stützpunkt gedient haben soll.

Vor der Nordküste erstrecken sich die Joulter’s Cays, die als Vogeljagdgebiet geschätzt sind. Westlich von Nicholl’s Town liegt das Erschließungsgebiet San Andros mit reichem Pinienbestand und vielen hübschen Wasserflächen. Hochinteressant ist die Siedlung Red Bay Village an der Westküste, deren Einwohnerschaft noch teilweise traditionellen Lebensformen anhängt Der von den Meereskanälen besonders zergliederte Mittelteil der Insel gilt als gutes Jagd-, Angel- und Segelrevier. Hervorzuheben sind die Hauptwasserwege North Bight, Middle Bight und South Bight sowie die Inseln Big Wood Cay, Yellow Cay und Mangrove Cay. Auf der letzt genannten Insel befindet sich die Siedlung Moxey Town mit einigen Ferienunterkünften.

In South Andrea ist vor einiger Zeit die modern wirkende Ferienkolonie Congo Town angelegt worden. Diese Siedlung am Drigg’s Hill verfügt über einen eigenen Flugplatz. Die nach Süden führende Erschließungsachse berührt zunächst den kleinen Weiler The Bluffs, danach Long Bay Cays, wo der Seeräuber Edward Teach alias „Blackbeard“ begraben sein soll. Von der Mars Bay am Ende der Straße lohnen Ausflüge zum Cistern Point sowie zu den Curley Cut Gays und den Water Cays, die der Südküste von Andros vorgelagert sind.


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