Cocoa Island – Malediven

Als Besitzer auf Zeit einer dieser wenigen Inselbauten unmittelbar am Strand von Cocoa-Island im Süd-Male-Atoll der Malediven. »Cocoa Island« ist natürlich eine deutsche Namensschöpfung, weil dem Entdecker und Bauherrn des 400 Meter langen und mit einem Kilometer Sandstrand umrandeten Robinson-Eilands die tatsächliche Bezeichnung Makunufushi viel zu kompliziert war. Unaussprechlich sind fast alle Namen, wie zum Beispiel Villingili und Kolukurumba. Meistens sind acht bis zehn Gäste auf der Insel. Vor den stets offenen Seitentüren schimmert die türkisgrüne Lagune hinter dem »schönsten Riff der Malediven«, etwa 30 Kilometer vom Flughafen und der Hauptstadt Male entfernt. Schon beim Anflug auf die aufgeschüttete Flughafeninsel Hulule macht die Naturbühne des Inselstaates andächtig und sprachlos.

Die Malediven schwimmen wie weiß umrandete grüne Krümel im Indischen Ozean. Hunderte von Inselchen, Riff an Riff. Die Äquatorsonne funkelt und heizt das blattgrüne Wasser unerbittlich auf. Eine Lichtlawine des Himmels über dem Taucherparadies. Unter Wasser Korallenbänke in Violett und Rubinrot. Stille über honiggelben Atollen: Inselträume, die auf dem Wasser schwimmen. An den Kais, gleich hinter Landebahn und Abfertigungshalle, schwärmen die Boote auseinander. Mehr als 50 Inseln sind für den Tourismus erschlossen. Nach der fragwürdigen Startphase wird das Ferienparadies heute nur behutsam erweitert. Der Tourismus, der mehr Wohlstand des Paradieses bringen soll wird für die Zukunft vernünftig geplant und gelenkt. last-minute-sun.com hat für Sie eine Auswahl an Last Minute Reisen auf die Malediven zusammengestellt.

Nach gut zwei Stunden Fahrt über offenes Meer taucht am Horizont Ellaidhu im Ari-Atoll auf. Beim Näherkommen sieht das Eiland aus wie alle anderen Malediven-Inseln: romantisch, klein, flach, mit Palmen und Mangroven am Strand. Der Kapitän manövriert sein Dhoni an Korallenbänken vorbei, die, teilweise nur Zentimeter unter der Wasseroberfläche, eine große Gefahr sind. Atemberaubend schön, aber messerscharf und hart wie Stahl. Ellaidhu ist die jüngste Touristeninsel. Die anderen verteilen sich auf 19 Atolle von Addu bis Tiladummati. Insgesamt zieht sich die Republik über 800 Kilometer, teils über, teils unter dem Äquator. Kuredu, knapp 100 Seemeilen nördlich vom Flughafen gelegen, ist eine der von der Hauptstadt am weitesten entfernten Inseln.

Die Überfahrt bedeutet für den ankommenden Gast aus Europa, Japan oder Australien eine Tagesreise mit dem Schiff: bei kräftigem Seegang ein verschärftes Fegefeuer vor dem Eintritt ins Paradies. Als Klanguntermalung dröhnen nicht die neuesten Hits aus den Schlagerparaden über Lautsprecherboxen, sondern ausschließlich das Geräusch der Brandung liefert die Ferienmusik. Und manchmal spektakeln die Geckos und die Raben, die heute ihr einst unberührtes Reich teilen müssen. Die sandfarbenen Eidechsen, völlig harmlos, sind wieselflink und fleißige Insektenfresser, huschen über Wände und Decken und gehören wie Einsiedlerkrebse, Baumhörnchen und wilde Kaninchen zur bescheidenen heimischen Tierwelt. Cocoa Island, unser Ziel – einige Jahre ein Geheimtip und mittlerweile bei einigen Reiseveranstaltern im Programm – ist im Vergleich zur Kuredo-Anreise nur einen Katzensprung von 90 Minuten entfernt.

Allerdings läßt uns der Steuermann 30 Meter vom Sandstrand entfernt aussteigen, ebenfalls wegen eines unüberschaubaren Korallengartens. Mit hochgekrempelten Hosen und dem Gepäck auf den Schultern staksen wir behutsam durch das türkisfarbene Meer dem Strand entgegen. Bunte Fische flitzen zwischen unseren Beinen durch. Und vor uns das Bild, das wir von Prospektfotos kennen: grüne Palmen, weißer Sand und darüber ein Himmel von unnatürlich klarem Blau. Die Sensation, die mein stilles Grübeln, warum diese Inseln von weitem und beim ersten Betreten stets so traumhaft aussehen und später oft so gleichförmig und langweilig anmuten, unterbricht, ist die Ankunft des Versorgungsschiffes. Einmal pro Woche bringt es alles, was die Küche braucht, das Personal benötigt und der Sanitäter dringend angefordert hat. Nach dem Transport der wertvollen Güter vom Strand zum Versorgungs-Bungalow, an dem sich alle Gäste in einer Trägerkolonne beteiligen, geht der »geregelte« Malediven-Alltag weiter, vor allem mit Wassersport.

Schnorchel- und Tauch-Enthusiasten entdecken an dem jede Insel umgebenden Hausriff eine Welt exotischer Schönheit, die ihre Faszination auch nach 14 Ferientagen noch nicht eingebüßt hat: bizarre Landschaft aus Korallenstöcken und Seeanemonen, dazwischen bunte Schmetterlings-, Papageien- und gelbe Doktorfische sowie leuchtende Juwelenbarsche. Fortgeschrittene fahren mit dem Dhoni bis ans Außenriff, steigen dort 20 Meter in die Tiefe, um live bei der Hai-Fütterung dabei zu sein. Da hocken sie dann, hinter sich die sichere Wand des Riffs, Unterwasser-Fotoapparate im Anschlag, von ehrfürchtigem Schauer gepackt. Zur Entspannung nach der Aufregung legt man sich am Nachmittag wieder zum Dösen in den warmen Sand. Spätestens nach 14 Tagen werden selbst die engagiertesten Terminhetzer unserer Breitengrade zu antriebsschwachen Urlaubsfaulenzern.

Ausflüge sind darum selten; höchstens mal eine Bootsfahrt nach Male. Bei einem Bummel über Fisch- und Holzmarkt und durch den Hafen gibt es einige Farbtupfer in der palmengeprägten Fotosammlung. Beliebte Motive sind die Quais, wo die Dhonis aus fernen Atollen eintreffen, weitbäuchige Lastensegler, zum Teil schon unterstützt von Motorkraft, die Kokosnüsse, Holz, Bananen von den Inseln im Norden und Süden heranschaffen, hin und wieder auch Menschen transportieren, vor allem aber das, was die Zivilisation an Verlockungen bietet: Transistorradios, Fernsehapparate und Video-Cassetten, Dinge, von denen der Besucher aus Europa im Moment nichts wissen will. Nach Stunden Hauptstadt-Lärm, Marktgeschrei und Tuckern der Dieselmotoren sehnen sie sich nach der Ruhe »ihrer« Insel.

Beliebte Hotels & Reiseziele

Weitere Seiten & Reiseziele

© 2019 • reesorts.com • Hotels & Luxushotels • Apartments

Mit Freunden teilen