Die Azoren

Der Archipel der Azoren, seit dem 15. Jh. in portugiesischem Besitz, liegt 1400-1800 km vor der Küste Portugals. Er besteht aus neun größeren Inseln, die zwischen dem 37. und dem 39. Breitenkreis drei Inselgruppen bilden. Im Südosten liegen die 97 km² große Insel Santa Maria und Sao Miguel (Hauptinsel), mit 770 km² die größte Insel des Archipels.

Auf ihr befindet sich auch die Hauptstadt der Region Ponta Delgada. Die mittlere Gruppe setzt sich aus insgesamt fünf Inseln zusammen: Terceira (397 km²), Graciosa (62 km²), Sao Jorge (238 km²), Pico (433 km²) mit der höchsten Erhebung der Azoren (und ganz Portugals), dem 2351 m hohen Vulkan Pico Alto, und schließlich Faial (178 km²), wegen der dort üppig wachsenden Hortensien auch die Blaue Insel genannt. Die kleine Inselgruppe im Westen besteht aus den Eilanden Flores (142 km²) und Corvo, der 17,5 km² großen Rabeninsel. Auf den Azoren herrscht ein mildes subtropisches Klima, das mit dem von der Wetterkarte her bekannten Azorenhoch auch Mitteleuropa hin und wieder einige Tage schönes Wetter beschert.

Man darf sich allerdings das Klima nicht als ewigen Frühling vorstellen. Nach einem Sprichwort der Insulaner können an einem einzigen Tag alle vier Jahreszeiten Einzug halten. Das Wetter ist unberechenbar, heiße Tage wechseln mit Sturm, die durchschnittliche Sonnenscheindauer im Jahr beträgt knapp 1600 Stunden, geradesoviel wie im Ruhrgebiet, und im Durchschnitt regnet es an jedem zweiten Tag des Jahres. Die Temperaturen schwanken dagegen wegen der ausgleichenden Wirkung der Wassermassen nur wenig. Unter diesem ozeanischen Klima gedeiht eine üppige Vegetation. Ab April gleichen die Inseln Blumenteppichen. Dickichte aus rosa leuchtenden Azaleen bedecken die Hügel,

und an den Sonnenhängen werden sogar tropische Früchte wie Bananen und Ananas angebaut. An den von der Brandung unterspülten Steilküsten des Archipels treten vulkanische Gesteine mit ihren tristen grauen und schwarzen Farbtönen zutage. Sämtliche Inseln sind vulkanischen Ursprungs und bestehen aus übereinander getürmten Lava- und Ascheschichten. Vorherrschendes Gestein ist der blauschwarze Basalt; daneben kommen auch Andesit und Trachyt mit großen Feldspatkristallen vor. Eine seltene Ausnahme unter den vulkanischen Gesteinen sind die Kalke aus dem mittleren Tertiär, die auf der Insel Santa Maria in kleineren Schollen verbreitet sind.

Sie beweisen, dass die Entstehung des Archipels mindestens 20 Millionen Jahre zurückreicht. Die Azoren werden oft von Erdbeben heimgesucht: Auf Faial und Pico bebt die Erde durchschnittlich 21 mal pro Jahr; andere Inseln werden dagegen nahezu verschont. Die ehemalige Inselhauptstadt Vila Franca do Campo auf Sao Miguel wurde 1522 durch Erdstöße völlig zerstört. Die Regionen mit der stärksten vulkanischen Aktivität verlagerten sich innerhalb des Archipels im Lauf der Jahrmillionen von Osten nach Westen. Das Vulkangestein im Osten von Sao Miguel ist zwischen 200.000 und 4 Millionen Jahre alt. Als Nachwehen des großen Vulkanausbruchs von 1630 treten hier im Vale Furnas,

dem Tal der Gluthitze, heiße Quellen, Solfataren und Geysire aus. In der Talsenke, einer Caldera von 6 km Durchmesser und steilen, bis zu 300 m tief abfallenden Flanken, gedeihen Araukarien und Palmen besonders gut; man baut in dem vor den Stürmen geschützten Kessel auch Orangen, Ananas, Bananen, Tee und viele andere Pflanzen warmer Klimazonen an. Die im Westen der Insel gelegene Caldera das Sete Cidades (Kessel der Sieben Städte) birgt dagegen zwei Seen: die grüne Lagoa Verde und die tiefblaue Lagoa Azul. Das Gestein der Kraterwände ist zwischen 10.000 und 180.000 Jahre alt.

Die Feuerberge der Azoren sind seit Jahrhunderten bekannt. Manche gaben nur ein kurzes Gastspiel wie der Vulkan Sabrina, der 1812 westlich von Sao Miguel für einige Wochen aus dem Meer auftauchte und dann verschwand. Im Herbst 1957 erhob sich an der Westspitze von Faial der Vulkan Capelinhos aus dem kochenden Meer.


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